Schlüsselanhänger

Mir passierte es ständig. Also wirklich fast immer…: Verzweifelt wird in der Handtasche gewühlt und nach dem Wohnungs- oder Autoschlüssel gesucht, schon fast dabei, den gesamten Inhalt der Tasche auf’s Trottoir oder den Parkplatz zu leeren. Schweissausbrüche und panische Angst, den Schlüsselbund irgendwo verloren zu haben, gehören jetzt glücklicherweise der Vergangenheit an.

Heute möchte ich euch zeigen, wie man auf ganz einfache Art aus Stoffresten einen schönen Schlüsselanhänger nähen kann. Dies eignet sich auch ganz wunderbar, mit Kindern zu nähen.

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Man braucht:

Unifarbene Stoffreste aus Webstoffen, zugeschnitten auf exakt 10cm Breite. Die Länge spielt keine Rolle, soll aber mindestens 20cm sein.

Nähfaden in einer passenden Kontrastfarbe

Nähmaschine, welche über ein paar Zierstiche verfügt

Schlüsselring, D-Ring oder Schlüsselanhänger-Rohling 25mm (z.B von hier: hier)

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Zuerst wird die obere und untere Kante in die Mitte des Stoffstreifens gefaltet und gebügelt. (Geübte Näher können auch Handgelenk mal pi direkt vor der Nadel unter der Nähmaschine falten…) Alternativ könnte man auch einen Schrägbandformer verwenden. Da er aber ein bisschen Übung erfordert, empfehle ich, den Streifen von Hand zu bügeln.

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Weiter wir der Streifen in der Mitte gefaltet und mit Nadelposition knappkantig abgesteppt. Damit der Abstand zum Rand immer gleich bleibt, brauche ich bei meiner Nähmaschine B580 von Bernina den Fuss Nr. 10C. Alternativ geht auch der Fuss Nr. 5.

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Dann suche ich mir aus den Zierstichen einen passenden aus und nähe die ganze Länge exakt in der Mitte. Ich verwende hier den Fuss Nr. 20C. Wer den nicht hat, nimmt den normalen Fuss Nr. 1. Damit der Zierstich schön in der Mitte genäht werden kann, befestige ich an meinem Anschiebetisch den Kantenanschlag. Mit dieser Hilfe kann ich nun ganz entspannt den Stoffstreifen unter dem Nähfuss hindurchgleiten lassen.

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Das Band wird jetzt auf die passende Länge zurückgeschnitten, in der Mitte gefaltet und an der offenen Kannte zusammengenäht.

Danach wird der Schlüsselanhängerrohling mit einer Zange befestigt.

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Verwendet man einen D-Ring, wird dieser zuerst eingeschlauft und das Band zusammengenäht (links auf links). Dann schiebt man den D-Ring nahe an die Naht und fixiert den D-Ring, indem man knapp daneben absteppt.

Fertig sind unsere Schlüsselanhänger!

 

 

 

 

 

Konfettialarm

Bald ist es wieder so weit und die 5. Jahreszeit kann beginnen. Und ja, diese mag ich ganz besonders.

Aber ehrlich gesagt, ich finde nicht alles an der Fasnacht toll. Zum Beispiel morgens um 5 einen Halle aufräumen, in der eine rauschende Party gefeiert wurde, WC-Tour oder Biertanks von den Zapfstationen auswechseln… Und das allerübelste aller Übel: Konfetti. Ja, ich gebs zu: ich bin ein Konfettihasser…Weil:

  1. Stell dir vor, du läufst mit deiner Guuggenmusik an einem Fasnachtsumzug mit. Spielst Trompete, willst Luft holen und in diesem Moment eine fiese Konfettiattacke…
  2. Man ist müde, seeeeeeehhhhhr müüüüüüde und darf nach durchzechten Nächten ein Festareal inklusive Dorf picobello fötzele/aufräumen… (dies wahlweise entweder bei klirrender Kälte, Schnee,  Regen oder ganz fiesem Wind…)
  3. Musst du Punkt 1 und 2 nicht mehr machen, weil glücklicherweise Kinder da sind, diese wiederum aber eine Scheissfreude an Konfetti haben, obwohl die selber die Fasnacht gar nicht so toll finden…

Vor allem gehen mir Konfetti dermassen auf den Keks, weil man sie noch Monate nach der Fasnacht überall dort findet, wo man sie nicht erwartet. Unter dem Teppich vom Auto, in den Wanderschuhen, in der Handtasche (die ich todsicher nicht an der Fasnacht dabei hatte, ehrlich), in den Turntaschen der Kinder, in meiner Büroschublade. Die Scheissdinger sind einfach zu klein!

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ABER: Für meine geplante Fasnachts-Dekoration brauche ich viel Konfetti, sehr viel Konfetti. Da ich seit kurzem stolze Besitzerin einer Silhouette Cameo bin, habe ich mit der Software eine entsprechende Schnittdatei erstellt und die vielen Konfettis ausschneiden lassen. (Wenn ich ehrlich bin, hätten das die Kinder oder ich auch von Hand machen können) oder man bestellt sie hier. Aber die Kinder fanden es Toll, die Schneidematte mit einem Blatt Papier zu bestücken und anschliessend die Maschine zu bedienen.

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Nachdem ich die Bernina 1300mdc für den Kettenstich eingestellt hatte und eine „Probenaht“ auf dem Papier genäht hatte, durfte eines der Kinder die Konfettis mit der mit dem Kettenstich aneinandernähen und ein anderes wickelte das ganze Konstrukt auf eine Kartonröhre.

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Klar könnte  man dies auch mit der normalen Nähmaschine machen, aber da hätte man zwischen den einzelnen Konfettis zwei einzelne Fäden. Der Kettenstich hat den Vorteil, dass die Fäden verschlauft sind.

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Danach kann man am Fenster die passende Länge abschneiden und mit einem Klebestreifen am Fenster festkleben.

Eine Variante ist auch, die Konfettis nicht aneinanderzunähen, sondern lose an die Fensterscheibe zu kleben. Sieht auch ganz toll aus.

Und für diejenigen, die etwas kleinere Konfetti als „Streuware“ zum Dekorieren wollen, habe ich die Datei noch in „klein“.

Ich wünsche euch viel Spass beim nachbasteln.

 

Die Schnittdateien für Silhouette Cameo könnt ihr hier döünlöüden. Wenn ihr meine Datei benutzt und einen Instagram-account hat, verhäschtäggt diese doch bitte mit #maienbachkonfetti

Die Datei ist nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Produkte aus dieser Datei oder die Datei selbst dürfen nicht verkauft werden.

Papier: 160g/m*m

Einstellungen Cameo: Messertiefe 3, Geschwindigkeit 5, Dicke 17, Doppelschnitt aus

Einstellungen Bernina1300mdc: Stichlänge 4, Spannung des Nadelfadens 4.2, Differential auf N, Druck M

 

 

 

Malschürze für den Kindergarten

 

 

Bereits übermorgen beginnt bei uns die Schule wieder und somit auch der Kindergaten. Unsere 2. Jüngste steigt von der Spielgrüppelerin auf zu den grossen Kindergärtnern. Und da ist eine eigene Malschürze gefragt. Schon zwei Mal habe ich für unsere zwei älteren Kinder eine solche Malschürze „gebastelt“. Als Grundlage dient ein altes kurzärmeliges Hemd meines Mannes.

Wie ich daraus eine Malschürze schnurpfe, möchte ich euch hier zeigen. (schnurpfe darum, weil die Malschürze huschhusch enststanden ist,  ohne Schnittmuster, ohne Nadeln stecken, etc. Freestyle-Nähen sozusagen.)

  1. Das Hemd wird geschlossen ausgebreitet.
  2. Mit ein paar Scherenschnitten wird nun das Hemd „gemetzget“. An der Seitennaht wird grosszügig ein bisschen Weite weggeschnitten, ebenso an den Armen (dort allerdings weniger).2 

     

  3. Mit dem Rest der Seite werden nun die Ärmel auf die passende Länge verlängert. Hat man ein Langarmhemd, erübrigt sich dieser Schritt…
  4. Der Ärmelsaum wird umgeschlagen, gleichzeitig ein Gummi eingenäht , oder ein Bündchen wird angebracht. Ich habe die Variante mit dem Bündchen gewählt und habe das Bündchen mit der Nähmaschine mit dem Overlockstich und dem Fuss Nr. 2A zusammengenäht, ein kleinen Saum umgeschlagen und mit der Bogennaht festgesteppt. Danach habe ich das Bündchen mit ebenfalls mit dem Fuss Nr. 2A und dem Overlockstich angenäht.
  5. Die Schürze kann man beliebig verzieren. Es bieten sich Webbänder, Zierstiche, oder/und Plottmotive an und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe hier ein Stickmotiv, welches meine Tochter ausgesucht hat, gestickt.
  6. Auf der Vorderseite habe ich noch ihren Namen mit der Nähmaschine aufgenäht.
  7. Danach habe ich das Hemd auf die entsprechende Länge gekürzt und mit dem Fuss Nr. 66 einen Saum umgeschlagen. Den wollte ich schon immer mal ausprobieren und habe jetzt eine passende Gelegenheit gefunden. Das geht natürlich auch auf konventionelle Weise (Saum 2fach Umschlagen, Bügeln, feststecken). Aber da ich eine bekennende Antibüglerin bin, habe ich die Variante mit dem Fuss Nr. 66 bevorzugt. 
  8. Und fertig ist die Malschürze für den Kindergarten. Die Tochter freuts, mich auch. Ein Tragefoto gibt’s aber nicht, denn das Kind hat sich zum Zeitpunkt des Fotografierens im Sandkasten mit Gartenschlauch, Wasser und Schlamm beschäftigt. Und DAS Bild will ich euch ersparen, hüstel…

 

Ausschnitte einfassen mit der Nähmaschine

Immer wieder werde ich gefragt, wie man Ausschnitte aus Jersey  mit der Nähmaschine schön einfassen kann.

Im folgenden Filmli werde ich euch zeigen, dass das schöne Einfassen mit Jersey auch ohne Covermaschine möglich ist.

Weiter stelle ich euch vor, wie man Kanten mit den verschiedenen Bandeinfassapparaten einfassen kann.

Wie man dann die Ausschnitte schön schliessen kann, habe ich euch hier gezeigt.

Eine schöne Anleitung mit Hilfe der  Overlock findet man auch hier.

 

 

 

Ein Blick in das Nähzimmer

Wer kennt das nicht: Wohnzimmerboden übersät mit Schnittmustern und Stoff, Fuseln und Stecknadeln, mitten drin eine Hobbynäherin, die verzweifelt wieder irgendwo was sucht. Daneben, völlig hilflos, ein Ehemann, der nicht begreifen kann, wie man sich ab so einem kreativen Chaos erfreuen kann. Aber wegen akutem Platzmangel blieb mir nichts anderes übrig, als im Wohnzimmer zu nähen. Meist abends, da die Kinder tagsüber ihre Assistenztätigkeit ein bisschen zu wörtlich nahmen und mich schier zum Wahnsinn trieben. Hier ein Stück Stoff abschneiden, da ein Güfeli stecken (aua!) und dort an einem Knöpfchen drehen. Da ging ich lieber mit den Kindern nach draussen.

Doch jetzt konnte ich ein Zimmer unter dem Dach beziehen und dort mein Nähreich aufbauen. Beim Möbelschweden besorgte ich mir 2 kleine Korpusse, der Schreiner meines Vertrauens schreinerte mir eine lange Arbeitsplatte (230cm auf 70cm), die ich darauf legen konnte. Es handelt sich um eine 3-Schichtplatte aus Fichte, welche mit einer Kunstharzoberfläche beschichtet wurde. Mein Tischsystem ist jederzeit erweiterbar, was natürlich toll ist, wenn ich dann in ein paar Jahren das definitive Nähzimmer beziehe.

 

1Auf dem Tisch hat es Platz für 2 Maschinen, wenn ich mit weniger Platz zufrieden bin, kann ich auch 3 nebeneinander aufstellen. Alles Nähzubehör habe ich griffbereit in der Nähe und kann während des Nähens alles immer ordentlich und sauber wieder verstauen.

Toll finde ich mein Nähfüsschenschränkli, in dem ich meine Zauberfüssli aufbewahre. Jetzt kann ich den endlich stehen lassen!

 

13Die Nähgarnrollen habe ich auf einem „Nagelbrett“ aufgesteckt, welches mir mein Mann zusammen mit dem Sohn gemacht hat. Overlockkonen werden lose in den Schubladen aufbewahrt, für die Stickgarne habe ich eine alte Weinkiste, welche ebenfalls ein „Nagelbrett“ hat.

Stoff und Stickmaschinenzubehör habe ich gleich daneben in einem grossen Wandschrank gebunkert, Schnittmuster, Nähhefte und Softwarehandbücher in einem kleinen Regal daneben. Sonst ist es ohne Schnickschnack und Deko, ich hab‘s nämlich nicht so nicht mit dem Abstauben! Meine Overlockmaschinen kann ich in meinen bewährten Overlockkisten verstauen, welche ich hier bereits gezeigt habe.

Wo näht ihr so?

 

Mehr Einblicke in verschiedene Nähzimmer/Machtzentralen findet ihr hier .

Shelly, und immer wieder Shelly

Das Schnittmuster Shelly von Farbenmix war das erste Oberteil, dass ich mit meiner Overlockmaschine  Bernina 1300mdc für mich genäht habe. Die Stoffe dafür habe ich von einer Freundin bekommen, die damals bei einem namhaften Schweizer Wäschehersteller arbeitete und für mich das Stofflager plündern durfte.

Unzählige Komplimente haben mich beflügelt, weitere Shellys aus anderen Stoffen zu nähen. Aber keine ist annähernd an meine erste herangekommen, welches sicher auch auf die ausgezeichnete Qualität des Stoffes zurückzuführen ist. Nach sicherlich gegen 100 Waschgängen ist es nun aber so weit: auch die beste Qualität hält nicht ewig und das Shirt hat das Zeitliche gesegnet. So war klar, dass ein Ersatz her muss. Lange hielt ich nach einem passenden Stoff Ausschau. Ein ähnlicher Jeansjersey habe ich schon lange im Stoffschrank, aber der kam dafür nicht in Frage, da er zu dick ist. Dann kaufte ich in einem Stoffladen der Region den blau melierten Jersey Jaro von Swafing, welcher ich schon in der Farbe Bordeaux und Anthrazit für die Lady Serenas verwendet hatte. Nach einer weiteren Serena für meinen Jungen war klar, der Rest gehört mir und wird in eine Shelly verwandelt. Vom korallrot-weiss gestreiften hatte ich immer noch einen Rest im Stoffschrank. Anhand den  nachfolgenden Bildern kann man den Vergleich der ersten Shelly links mit der neuen Shelly rechts gut sehen.

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Alles in allem war das Nähen eine sehr kurze Sache und hat sich sichtlich gelohnt. Ich bin sehr glücklich, einen Ersatz für mein Lieblingsteil zu haben.

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Cool, wenn man sich selber kopieren kann…